Ausgebeutet und im Stich gelassen – Unterdrückung der Rechte von Textilarbeiterinnen in Bangladesch und Pakistan
Die Bekleidungsindustrie ist ein globaler Wirtschaftsriese mit einem Umsatz von rund einer Billion US-Dollar im Jahr. Weltweit arbeiten fast 100 Millionen Menschen in dieser Branche – die große Mehrheit von ihnen sind Frauen. In Südasien auch.
Das bedeutet, dass wir, wenn wir über den Schutz der Menschenrechte in der Bekleidungsindustrie sprechen, auch speziell die Rechte von Frauen berücksichtigen müssen.
Viele dieser Arbeiterinnen müssen von Hungerlöhnen leben und unter prekären, gesundheitsgefährdenden Bedingungen arbeiten. In Ländern wie Bangladesch und Pakistan basiert die Lieferkette großer Modemarken auf der strukturellen Ausbeutung einer überwiegend weiblichen Belegschaft. Das bestehende Wirtschaftsmodell nutzt billige, austauschbare Arbeitskräfte aus Ländern des Globalen Südens aus, um die Profite von Modemarken und Einzelhandel im Globalen Norden zu maximieren. Armut, unsichere Beschäftigung und gefährliche Arbeitsbedingungen sind ein fester Bestandteil dieses Systems. Durch die massive Einschränkung der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit wird verhindert, dass Arbeiterinnen ihre Rechte kollektiv erkämpfen und verteidigen und für bessere Arbeitsbedingungen eintreten können.
Geschlechterdiskriminierung ist weit verbreitet. Frauen verdienen für vergleichbare Arbeit viel weniger als Männer. Außerdem sind sie am Arbeitsplatz geschlechtsspezifischer Gewalt und Belästigung ausgesetzt. Die Stärkung der Arbeitnehmerinnen ist für die Bekämpfung der Geschlechterdiskriminierung von entscheidender Bedeutung.
Die Kampagne startet am 8. März 2026, dem Frauentag. Mehrere Aktionen zu Textilarbeiter*innen in Bangladesch und Pakistan, zu den Themen Unternehmensverantwortung und Gewerkschaftsrechte werden im Laufe des Jahres folgen.
Unser Ziel ist es, das Leid der Textilarbeiter*innen in Bangladesch und Pakistan sichtbar zu machen, zum Nachdenken über unser Konsumverhalten anzuregen, eine Verbesserung der einschlägigen Gesetze für Gewerkschaftsrechte und Arbeitssicherheit sowie gegen Diskriminierung zu erreichen. Die Notwendigkeit systemischer Veränderungen in der Textilindustrie und in den Lieferketten muss anerkannt werden.
MATERIALIEN
Pressemitteilung vom 27.11.25
Ausbeutung für unsere Kleidung: So werden Arbeitsrechte in der Textilindustrie unterdrückt
Explainer vom 27.11.25
Warum stellen die Arbeitnehmer*innenrechte in der Bekleidungsindustrie ein Problem der Geschlechterdiskriminierung dar?
(Anlage)
Aktionsanleitung (in Arbeit)
Factsheets
Bangladesch
Pakistan (in Arbeit)
Textilarbeiterinnen (in Arbeit)
Musterbrief Pakistan (in Arbeit)
Gottesdienstvorlage (bei kontakt@amnesty-religion.de anzufordern)
Social Media Posts (in Arbeit)
Poster (in Arbeit)
Online-Petition (kommt noch vom IS – auch in Printformat möglich)
QUELLEN
AI-Bericht:
Stitched up: Denial of freedom of association for garment workers in Bangladesh, India, Pakistan and Sri LankaIndex number
ASA 04/8929/2025 – 27.01.2025
South Asia: Stitched up: Denial of freedom of association for garment workers in Bangladesh, India, Pakistan and Sri Lanka – Amnesty International
AI-Bericht:
Abandoned by fashion: The urgent need for fashion brands to champion workers’ rights; Brand responses to Amnesty International survey
Index number: ASA 04/8930/2025 – 27.01.2025
South Asia: Abandoned by fashion: The urgent need for fashion brands to champion workers’ rights; Brand responses to Amnesty International survey – Amnesty International
Explainer:
Why are workers’ rights in the garment industry a gender discrimination issue?
27.01.2025
Why are women workers’ rights in the garment industry an issue?
KONTAKT
Dominique Renault, info@amnesty-frauen.de
