CHINA: AKTIVISTIN IN HAFT OHNE KONTAKT ZUR AUSSENWELT

Chen Jianfang, eine engagierte Menschenrechtsverteidigerin, wird seit dem 20. März ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten. Schon 2013 führte die bekannte Aktivistin zusammen mit dem inzwischen gestorbenen Aktivisten Cao Shunli eine Kampagne durch, mit der sie eine zivilgesellschaftliche Beteiligung an der Vorbereitung Chinas für die Allgemeine Regelmäßige Überprüfung vor dem UN-Menschenrechtsrat erreichen wollte. Ohne Zugang zu ihrer Familie und einem Rechtsbeistand ihrer Wahl ist sie in großer Gefahr, gefoltert und anderweitig misshandelt zu werden. Unterstützen Sie Chen Jianfang jetzt!

Chen Jianfang und ihr Mann wurden am frühen Morgen des 20. März aus ihrem Haus in Shanghai abgeführt. Quellen zufolge sahen die Nachbar_innen von Chen Jianfang etwa sieben Polizeifahrzeuge des Büros für Öffentliche Sicherheit in Shanghai am selben Morgen vor ihrem Haus stehen. Amnesty International wurde berichtet, dass die Polizei dem Paar bei der Festnahme keine Informationen darüber gab, welches Vergehens sie verdächtigt wurden. Der Ehemann von Chen Jianfang wurde am 3. April gegen Kaution wieder freigelassen. Doch die Behörden überwachen das Haus und üben Druck auf Familie und Nachbar_innen aus, damit sie in der Öffentlichkeit nicht über die Situation der Aktivistin sprechen.

Vier Monate nach ihrer Festnahme haben die Behörden immer noch keinen Grund für die Inhaftierung von Chen Jianfang bekanntgegeben und auch nicht gesagt, wo sie festgehalten wird. Freund_innen von Chen Jianfang gehen davon aus, dass ihre Inhaftierung mit ihrem am 14. März geposteten Online-Artikel zu tun haben könnte, in dem sie des fünften Todestages von Cao Shunli gedachte.

Im Juni wurde der Rechtsbeistand von Chen Jianfang beim Büro für Öffentliche Sicherheit in Pudong vorstellig, um Informationen zu ihrem Fall zu erhalten. Doch die verantwortlichen Sicherheitskräfte weigerten sich, mit ihm über ihre Lage zu sprechen und behaupteten, er habe kein gültiges Mandat. Nach unbestätigten Berichten wurde Chen Jianfang im Juni unter dem Verdacht „Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt“ formell inhaftiert. Ihr könnten 15 Jahre Haft drohen, sollte sie dessen schuldig gesprochen werden. Ohne Zugang zu ihrer Familie und einem Rechtsbeistand ihrer Wahl ist Chen Jianfang in großer Gefahr, gefoltert und anderweitig misshandelt zu werden.

FORDERUNGEN VON AMNESTY INTERNATIONAL ZU DIESEM FALL:

  • Umgehende und bedingungslose Freilassung von Chen Jianfang
  • Bis zur Freilassung Schutz vor Folter und anderweitigen Misshandlungen
  • Unverzüglich regelmäßiger und uneingeschränkter Zugang zu einem Rechtsbeistand ihrer Wahl und zu ihrer Familie

Alle Hintergründe zum Fall von Chen Jianfang und Hinweise wie Sie sie bis zum 11. September 2019 unterstützen können, finden Sie hier.

Und weitere Eilaktionen finden Sie wie immer HIER