PAKISTAN: ASIA BIBI NACH KANADA AUSGEREIST

Asia Bibi hat Pakistan verlassen und konnte nach Kanada ausreisen – das teilte das pakistanische Außenministerium am 9. Mai mit.  Die pakistanische Christin war 2010 wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt, 2018 jedoch freigesprochen worden.

Die jüngste Entwicklung kommentiert Omar Waraich, Vize-Direktor für die Region Südasien bei Amnesty International:

„Was für eine Erleichterung, wenn diese Nachricht wahr ist: Asia Bibi und ihre Familie sind in Sicherheit. Sie hätte niemals inhaftiert, geschweige denn zum Tode verurteilt werden dürfen. Die Dimension dieses Unrechts zeigt sich auch darin, dass sie sogar nach ihrem Freispruch immer wieder Morddrohungen erhalten hat. Dieser Fall führt deutlich vor Augen, welche Gefahren von den pakistanischen Blasphemie-Gesetzen ausgehen. Es ist höchste Zeit, sie aufzuheben.“

Asia Bibi im Gefängnis in Sheikhupura (Archivaufnahme vom 20. November 2010)

Acht qualvolle Jahre

Asia Bibi (auch unter dem Namen Aasia Bibi bekannt) ist eine in Armut lebende Landarbeiterin und Christin. Sie wurde 2010 wegen Blasphemie zum Tode verurteilt.

Nach acht qualvollen Jahren sprach der Oberste Gerichtshof Pakistans sie in allen Anklagepunkten frei und ordnete im Oktober 2018 ihre Freilassung an.

Morddrohungen nach Freispruch

Daraufhin bestand die pakistanische Regierung darauf, dass der Oberste Gerichtshof einen Antrag auf Überprüfung ihres Falls zulassen müsse. Am 29. Januar wies der Oberste Gerichtshof diesen Antrag jedoch zurück und bestätigte den Freispruch für Asia Bibi.

Die Christin erhielt daraufhin wiederholt Morddrohungen extremistischer religiöser Gruppen in Pakistan.

Pakistans Blasphemie-Gesetze sind breit gefasst und vage formuliert. Sie werden unverhältnismäßig oft gegen religiöse Minderheiten eingesetzt, unter anderem um mit falschen Anschuldigungen persönliche Rache auszuüben.

 

Quelle: amnesty.de