Schwangerschaftsabbruch

DIE POSITION VON AMNESTY INTERNATIONAL ZU SCHWANGERSCHAFTSABBRÜCHEN

Amnesty International setzt sich für alle sexuellen und reproduktiven Rechte ein. Vorrang haben das Recht auf Aufklärung und der Zugang zu Verhütungsmitteln zur Vermeidung ungewollter Schwangerschaften. Amnesty fordert kein generelles Recht auf Schwangerschaftsabbruch. Aber wenn eine Fortführung der Schwangerschaft das Leben oder die körperliche oder seelische Gesundheit einer Frau gravierend gefährdet oder die Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung oder von Inzest ist, muss ein Schwangerschaftsabbruch auf legalem und sicherem Weg möglich sein.

Die Position von Amnesty International basiert auf dem Prinzip, dass jede Frau das Recht hat, Informationen zu erhalten und frei vn jeder Art von Zwang, Diskriminierung oder Gewalt Entscheidungen über ihren Körper und ihre Fortpflanzung zu treffen. Dazu gehört auch die Entscheidung zur Fortsetzung oder zum Abbruch einer Schwangerschaft in den genannten Fällen.

„Entkriminalisierung“ bedeutet: Wer sich über Schwangerschaftsabbrüche informieren, sie erhalten oder durchführen möchte, darf dafür nicht bestraft werden. Die Erfahrung zeigt, dass die Kriminalisierung wenig oder gar keinen Einfluss auf die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche hat. Sie hat jedoch einen dramatischen Einfluss auf die Sicherheit bei der Durchführung und setzt damit das Leben von betroffenen Frauen aufs Spiel. Die höchsten Raten von unsicheren Schwangerschaftsabbrüchen findet man in Ländern, in denen diese unter allen oder fast allen Umständen verboten sind.

AKTIONEN ZUM THEMA

In Polen planen Mitglieder des Parlamentes Januar 2018 erneut eine Verschärfung des ohnehin schon restriktiven Gesetzes zur Regelung über Schwangerschaftsabbrüche. Das birgt ein nicht hinnehmbares Gesundheitsrisiko für alle Frauen. Die Gesetzesänderung scheiterte 2016 aufgrund des Protestes Tausender. Amnesty International unterstützt eine Petition, die den wiederholten Versuch der Restriktionen stoppen will.

Irland gehörte zu den Ländern mit den restriktivsten Abtreibungsgesetzen weltweit. Daher forderte Amnesty International die irische Regierung dazu auf, diese zu lockern. Hier können Sie noch einmal die Aktion sowie die Erfolge nachvollziehen.  Am 25. Mai 2018 wurde in einem ein Referendum über eine Lockerung der aktuellen Gesetzgebung entschieden.

Auch Argentinien hat wie üblich für Latein- und Südamerika eine sehr restriktive Gesetzgebung. Im Juni 2018 schaffte es eine breite Öffentlichkeit, dass die Abgeordnetenkammer für eine Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen stimmte. Doch der Senat stimmte im weiteren Verfahren im August 2018 gegen den Gesetzesentwurf.

Letzte Änderung: August 2018

13. August 2018